RYLA

27Jan2015

Mein langes Wochenende war aufregend, anstrengend, bewegend, informativ und inspirierend.
Nicht so motivierend war, dass ich freitags schon um 8 rum aufgestanden bin...
Ich bin mir nicht sicher, ob ich meine Tasche morgens oder in der Nacht zuvor gepackt habe, aber jedenfalls waren es ein Kleid, eine Jeans und eine schwarze Hose und zwei Hemden. Außerdem habe ich ein Kleid angezogen, da wir uns für das Wochenende etwas aufhübschen sollten.
Mit Kelly und Hannah bin ich erst Sebastian (der andere Rotary Austauschschüler) abholen gefahren und dann sind wir zu viert Richtung Wallace gedüst (naja, oder so schnell wie man eben bei einem speedlimit von etwa 110km/h vorankommt, vermisse die Autobahn).
Dort habe ich mich von meiner Gastfamilie für das Wochenende verabschiedet und Seba und ich haben das Automobil gewechselt und sind bei Steve und Charol Peas (meine Counselors) eingestiegen. In dem Van waren noch drei andere Mädchen: McKenzy, Abigail und Mazy.
Zweistündige Fahrt nach soundview und wir kamen im Trinity Center an, wo wir unser Programm, Namensschild und T-Shirt erhalten haben...
Zuerst gab es natürlich eine Begrüßung und die Regeln wurden noch einmal erklärt, wir haben uns gegenseitig etwas vorgestellt -und das tolle mit Rotary treffen ist, dass da immer so viele schlaue und weltoffene Menschen sind- und dann einen Vortrag über die Wichtigkeit von Humor gehört, was recht amüsant war. Ich habe eine Liste mit klopfklopf Witzen und eine Packung Mac 'n cheese gewonnen.
Danach hatten wir Zeit, zurück in unsere Hütte zu gehen (meine Hütte hatte 9 Mädchen) und uns für das Abendessen vorzubereiten, welches wir dann um 6 hatten (nichts sehr gesundes oder aufregendes, aber die hatten gute Salate). Die nächste Rede wurde von einem Rotarier gehalten, wo uns vermittelt wurde, wie man den Respekt von Untergesetzten als Anführer oder Boss einer Gruppe gewinnt und aufrecht erhält.
Dann haben wir uns umgezogen, da die formale Kleidung nicht mehr nötig war und haben uns wieder in dem Gruppenraum getroffen, da es einen DJ, Pizza und Getränke für tüdoe Nacht gab. Leider beherrschte keiner der Jungs discofox oder andere Tanzarten. Also habe ich mich mehr zum Clubdance gehalten, auch wenn ich anscheinend eine der wenigen war, die da mehr als "ein Schritt hin, ein Schritt her" macht... Auch wenn deutsche Parties verglichen zu Südamerika lahm sein mögen, die US-amerikanischen sind schlechter :P
11:30 Uhr sollten alle zurück in ihre Hütten, und ich glaube, ich habe auch etwas nach Mitternacht die äuglein geschlossen.

Samstag Sind wir um 7 rum aufgestanden, hatten Frühstück und haben einen Vortrag über "Achieving Improved Results" angehört. Wenn man sich spezifische, messbare, erreichbare, realistisch hohe Ziele in einer begrenzten Zeit vornimmt, ist das der beste Weg, sich weiterzuentwickeln und an seinen Herausforderungen zu wachsen.
Danach haben wir einen weiteren Vortag von Emily Ballance gehört, wo uns gesagt wurde, wie man sich mit Erwachsenen unterhält, ein guter Zuhörer ist und wie man andere vorstellt...
Mittagessen und dann kam der emotionale Part. Culture Walk.
Die Idee ist, dass man jedem klar macht, dass niemand völlig allein mit einem Problem ist und das andere auch mit Bürden zu kämpfen haben.
Wir haben erst recht leicht begonnen mit weiblichen Athleten, jede hat gesagt, warum sie sich dieser Gruppe zugehörig fühlt und im zweiten Durchlauf haben wir gesagt, was wir niemals über die Gruppe gesagt hören wollen. Also so etwas wie "Mädchen können bei weitem nicht so viel leisten wie Jungs" oder "ein Mädchen-/Jungssport".
Danach sind männliche Athleten vorgekommen, dann außerhalb der USA geborene, dann african americans (hier gab es die ersten Tränen).
Bei den letzten zwei Themen hatte ich auch manchmal einen Kloß im Hals, aber ich habe selbst nicht geweint, nur ein paar Leute sind wirklich in Tränen ausgebrochen. Erst ist jeder mit geschiedenen oder andersartig getrennten Eltern vorgekommen und manchmal haben sich die Eltern einfach getrennt, manchmal ist ein Elternteil verstorben oder die Beziehung war sogar regelrecht zerbrochen durch Drogen oder Gewalt.
Das letzte Thema war Alkohol- und Drogenabhängigkeit in der Familie. Das war recht intensiv.
Jedenfalls sind wir danach zum Aquarium gefahren, wo ich Haie und Schildkröten und Fische gesehen habe... Das normale Aquariumerlebnis. War aber recht lustig, da wir uns alle recht nah durch den Cultural Walk gekommen sind.
Abends kam ein ehemaliger Basketballspieler, der jetzt Shows gibt, in denen er mit einem sich drehenden Basketball auf einem Stift tanzt oder den Basketball auf eine Harmonika platziert und auf ihr spielt... Ich meine, das ist zwar recht beeindruckend, aber ich hatte Schwierigkeiten, über seine Witze zu lachen.
Abends wieder Musik und Tanzen, aber wir haben uns zu einer kleinen Gruppe zusammengerottet und sind erst den Steg neben meiner Hütte rausgelaufen, wo wir dann quasi in der Mitte des Meeres saßen und den Sternenhimmel bewundern konnten. Einziges Problem: es war arschkalt und windig. Also haben wir das ganze auf die Terrasse hinter unserer Hütte verlagert und dort Wahrheit oder Pflicht gespielt, was allerdings langweilig war, da niemand bereit war, zu küssen und wir alle nichts zu extremes gemacht haben.
Mitternacht mussten die Jungs, die ja eigentlich sowieso nicht in unsere Hütte durften, zu ihrem eigenem Schlafplatz gehen und die Mädels in meinem Raum und ich sind bis 2 Uhr morgens aufgeblieben, haben gequatscht und so, es war schön :)

Dafür war das erwachen Sonntag morgen etwas mühselig und ich habe den sowas-wie-Gottesdienst im Halbschlaf verbracht. Nach dem Gottesdienst, welcher größtenteils schlechtklingende Musik war, haben wir uns eine weitere Rede angehört, die sehr beeindruckend und inspirierend war. Alan Hooker hat uns erzählt, wie man seinen Namen zu einen Namen mit Bedeutung macht. Danach gab es eine Menge Umarmungen und Händeschütteln, ich habe ein kleines Interview für Vanessa Ervin (Distrikt Governor) gegeben und wir haben eine Menge Fotos aufgenommen.
Auf unserem Weg nach Hause haben wir an einem recht guten Restaurant gehalten und ich hatte nen richtig genialen Hamburger *-*
Zuhause angekommen, war ich etwas zombiehirn und total müde, aber ich habe Vanessa Ervin eine versprochene Mail mit Fotos geschickt und meiner lieben Mutti zum Geburtstag gratuliert.

Nicht viel für die Schule gemacht, größtenteils einfach geschlafen an dem Rest des Tages.

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